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„Blaulicht“ macht Blasenkrebs früher sichtbar

Die Blase erscheint bei dem neuen Verfahren zur Diagnose bläulich auf dem Monitor, ein Tumor rötlich.

DEMMIN. Patienten mit Verdacht auf Blasenkrebs können jetzt in Demmin auf eine weiter verbesserte Diagnose und Therapie hoffen. Denn das Kreiskrankenhaus hat für seine urologischen Belegärzte eine Spezialkamera zur Blasenspiegelung angeschafft, mit deren Hilfe Blasentumore früher erkennbar sind. „Photodynamische Diagnose“ nennt sich, was die Ärzte im Krankenhaus damit praktizieren.

Mit einer neuen Spezialkamera hat das Kreiskrankenhaus die Diagnostik in der Urologie und somit die Behandlung von Blasenkrebs weiter verbessert

Nach Auskunft von Dr. Thilo Schiller wird bei der Anwendung zunächst ein spezieller Farbstoff injiziert, dann das Endoskop in das Organ eingeführt. Dessen Inneres erscheint bläulich auf einem Bildschirm. Hat sich auf der Blasenschleimhaut ein Tumor gebildet, zeichnet er sich rötlich ab. „Das spezielle Licht zeigt Bereiche, die in normalem weißem Licht kaum zu erkennen wären“, sagt Schiller. Insbesondere aggressive Krebsformen könnten so früher als bisher erkannt werden.

Das wirkt sich auch auf die Therapie aus. In einem frühen Stadium lassen sich die Tumoren besser behandeln als bei längerem Wachstum, und das ohne große Schnitte auf sogenanntem minimal-invasivem Weg. Bei diesen endoskopischen Operationen ließen sich die Wucherungen mit einer Schlinge beseitigen, fasst Schiller das Verfahren zusammen.

Teuer war die neue Kamera nicht, mit einem Betrag von circa 8.000 Euro fiel die Investition für die Verhältnisse der Medizintechnik eher niedrig aus. Schiller und seine Kollegen sehen darin aber vor allem auch eine weitere Stärkung der Urologie in Demmin. Jetzt seien hier auch manche Behandlungen möglich, für die Patienten bisher nach Neubrandenburg oder Greifswald fahren mussten. Zudem hat das Krankenhaus nach seiner Auskunft eine Aufstockung der gegenwärtig vier urologischen Belegbetten auf sechs beantragt.
„Das muss aber erst noch von Schwerin genehmigt werden.“

Bei Belegärzten führen die Mediziner eine selbstständige Praxis, verfügen aber auch über Betten im Krankenhaus. Dieses hält auch Technik für sie vor. So können die Ärzte chirurgische Eingriffe in der Klinik vornehmen. Mit ihrer Praxis wollen sie, wie bereits berichtet, ins neue ambulante Pflegezentrum ziehen, wenn dieses voraussichtlich Mitte nächsten Jahres fertig wird. Das bedeute dann kürzere Wege und damit eine weitere Verbesserung für Patienten und Ärzte.

Autor: Georg Wagner, erschienen im Nordkurier, Demminer Zeitung, 15. Dezember 2017

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