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Krankenhaus lässt sich den Urologen-Zuzug etwas kosten, Demminer Zeitung Oktober 2016

Mit dem Umzug der Demminer Urologen ins geplante Gesundheitszentrum werden Arbeitswege und -bedingungen optimiert. Das Personal in der Praxis wurde derweil schon aufgestockt.

DEMMIN. Thilo Schiller ist der nunmehr dritte Urologe in der Demminer Gemeinschaftspraxis in der Adolf- Pompe-Straße. Seit diesem Frühjahr ist er dort neben den beiden Ärzten Bernd Sanmann und Alexander Bendel tätig. Ersterer hat die Praxis vor 25 Jahren gegründet. „Ich habe das hier aufgebaut. Davor gab es keine Urologie in Demmin.“ Weil die Arbeit immer mehr wurde, kam 2002 Alexander Bendel dazu – und wurde in diesem Jahr schließlich noch Thilo Schiller angestellt. „Das ist einfach notwendig. Wir haben so viel zu tun“, sagt Bernd Sanmann.

Der 62-Jährige ist ziemlich stolz auf das, was er da aufgebaut hat. So decke die Praxis alle Bereiche der Urologie ab. „Der Patient kommt, kriegt eine Diagnose und wird therapiert“,sagt Sanmann.

Die Diagnose findet dabei in der Praxis statt. Für Operationen – ambulante wie stationäre – werden die Belegbetten im Demminer Krankenhaus genutzt. So haben die drei Urologen überhaupt erst die Möglichkeit, selbst zu operieren. Und die Patienten haben den Vorteil, durchgängig von einer Praxis behandelt zu werden. Doppeluntersuchungen erübrigen sich. Die drei Ärzte sind jedenfalls überzeugt vom Demminer „Beleg-Arzt- System“ und Kai Firneisen, der Geschäftsführer des Demminer Krankenhauses, ist es auch. Denn sein Haus kann dadurch eine größere Fachärztespanne anbieten.

Es ist denn auch das Paket, wie Thilo Schiller sagt, das ihn nach Demmin gelockt hat. Die Mischung aus Praxisarbeit, Operationen und dem Austausch mit Kollegen am Krankenhaus. Der 40-Jährige kommt aus Berlin, hat in Greifswald studiert, seine Fachausbildung gemacht und die letzten elf Jahre an der dortigen Uniklinik gearbeitet. Er hat auch die dortige Poliklinik geleitet. Nebenbei hat er eine Familie gegründet. Aus dem Vorhaben wieder weg zu gehen, wurde irgendwann nichts mehr. Schließlich gab es aber den Wunsch nach einer beruflichen Veränderung. Nun pendelt Thilo Schiller täglich nach Demmin.

Was der Urologe in Demmin schätzt, soll schon bald noch besser werden. Genau wie das Demminer Krankenhaus platzt auch die urologische Gemeinschaftspraxis aus allen Nähten. Sie wird in das derzeit noch geplante ambulante Zentrum der Klinik umziehen. Laut Geschäftsführer Kai Firneisen soll der Neubau im Juli 2018 übergeben werden. Der Weg der drei Ärzte verkürzt sich dann von derzeit 450 Meter zwischen Praxis und Krankenhaus auf ein paar Schritte in die nächste Etage. Gut 3000 Quadratmeter Bruttogeschäftsfläche wird das Krankenhaus laut Geschäftsführer durch den Neubau hinzugewinnen. Die Gesamtinvestitionssumme betrage etwa fünf Millionen Euro. Die Räume werden anschließend vermietet, an die Urologen und andere Ärzte. „So wird der Bau rückfinanziert“, sagt Kai Firneisen. Das wird voraussichtlich 30 Jahre dauern.

Im Juli 2018 wird Bernd Sanmann vermutlich noch ein bisschen zufriedener sein – und wohl auch noch tätig. „Wider der Gerüchte, habe ich nicht vor, die Praxis zu verlassen.“ Er möchte noch bis zur Rente weiterarbeiten, also mindestens drei Jahre.

Autor: Denny Kleindienst, erschienen im Nordkurier, Demminer Zeitung, 14. Oktober 2016

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